Schlichtheit

Durch den Garten, dessen Stimmung an Berge oder tiefe Täler erinnert, gelangen wir zum Teehaus. Die sehr niedere, kleine Tür, die etwa in Kniehöhe in der Wand eingelassen ist, verlangt eher ein Durchkriechen als ein Durchschreiten, um in das Teehaus zu gelangen. Weil der Eingang sehr niedrig ist, müssen wir alle den Kopf beugen und dabei auf unsere Füße blicken. Dies ist für einen Menschen eine bedeutsame Geste, weil die Erfahrung, einen Raum mit gesenktem Kopf zu betreten, eine Erfahrung ist, die Demut ausdrückt und die eine gewisse Veränderung in unserem Verhalten bewirken wird.

Der Teeraum selbst ist ein schmuckloser Raum, leer von Allem, ausgenommen der eigenen baulichen Elemente. Der Teemeister Rikyu war der Meinung, dass der Teeraum selbst nichts beinhalten sollte, was den Geist ablenken könnte, und dass er der Ort sei, an dem wir die Teegeräte verschiedener Farben, Größen und Gestalt, ebenso wie auch das Wesen der einzelnen Gäste so zusammenbringen, dass sie alle in ihren besonderen Eigenschaften eine harmonische Verbindung bilden.

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